Vor genau fünfhundert Jahren war er fertig. Thomas Müntzer hatte die wichtigste all seiner Reformpredigten fertig geschrieben. Es war Nacht, es war die Nacht vor dem großen Auftritt auf Schloss Allstedt. Am nächsten Morgen, am Vormittag des 13. Juli 1524, sollte er dort, in der Hofstube, seinen Fürsten predigen: dem Herzog Johann von Sachsen und dessen Sohn, dem Kurprinzen Johann Friedrich, und ihrer Entourage. Müntzer hatte daran lange gefeilt, weil die Predigt ja auch gedruckt werden sollte in der Werkstatt von Nikolaus Widemar. Unter dem Namen „Fürstenpredigt“ ist sie dann berühmt und berüchtigt geworden.
MeinungGeschichteDie Revolution wurde vor 500 Jahren im Südharz geboren

Kolumne von Heribert Prantl
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1524 hielt der kämpferische junge Pastor Thomas Müntzer seine „Fürstenpredigt“. Ein Jahr später waren er und 6000 seiner Anhänger tot.
