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Terrorismus:Es gärt

Rechtsradikale planen den Umsturz, immer wieder, immer öfter.

Von Annette Ramelsberger

Zuerst war es die "Gruppe Freital", die nachts Molotowcocktails auf Flüchtlingsheime und Autos von Linken-Politikern warf. Die Freizeitterroristen aus Sachsen visierten noch Ziele direkt vor ihrer Haustür. Dann kam die "Revolution Chemnitz", die wollte mehr: Die Hooligans und Kampfsportler wollten ein Attentat begehen und es Linken in die Schuhe schieben. Wenn man dann noch die Polizei auf die eigene Seite ziehen könnte, so ihr Kalkül, wäre der Umsturz nah.

Von Dienstag an steht schon wieder eine Gruppe vor Gericht, die den Bürgerkrieg in Deutschland plante: die "Gruppe S.". Durch gleichzeitige Anschläge auf Moscheen sollte Chaos entstehen und dann die Demokratie weggefegt werden. Diesmal hatten sich quer durch die Republik einflussreiche Extremisten zusammengefunden.

In der Szene aus Preppern, Reichsbürgern und Rechtsradikalen ist eine Dynamik entstanden, der die Ermittler oft nur noch mit Glück zuvorkommen. Durch die Bewegung der Corona-Leugner gewinnt die Idee eines gewaltsamen Widerstands gegen demokratische Regeln weiteren Zuspruch. Es ist ein gefährlicher Gärprozess im Gange. Ihn damit abzutun, es sei doch noch nichts passiert, greift zu kurz. Es standen schon Provokateure ganz plötzlich auf den Stufen des Reichstags. Die hatte vorher auch keiner ernst genommen.

© SZ/kia
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