MeinungUS-Angriff in VenezuelaRecht bleibt auch dann Recht, wenn ein Mächtiger sich nicht darum schert

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Kolumne von Heribert Prantl

Lesezeit: 4 Min.

Setzen auf das Recht des Stärkeren: US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin In Anchorage, Alaska, Oktober 2025.
Setzen auf das Recht des Stärkeren: US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin In Anchorage, Alaska, Oktober 2025. ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP

In den Stadien echter oder vermeintlicher Ohnmacht brauchen internationale Normen und das Völkerrecht Kräfte, die daran festhalten, die sie weiterentwickeln und ihnen beim Überwintern helfen.

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Das Recht des Stärkeren ist das Gegenteil von Recht; es ist das Synonym für Recht- und Gesetzlosigkeit. Recht ist die Überwindung des sogenannten Rechts des Stärkeren, welches nichts als blanke Macht ist. Der US-Präsident exekutiert und feiert solche vom Recht abgekoppelte Macht in Venezuela und womöglich demnächst in Grönland. Das ist nicht komplex, wie es Bundeskanzler Friedrich Merz benannt hat, sondern ganz einfach Unrecht. Das ist im nationalen Recht so, wenn zwei Bürger miteinander streiten; und das ist im internationalen Recht so, wenn zwei Staaten miteinander streiten. Die Ohnmacht dessen, der im Recht ist, macht aus der Macht des Mächtigen kein Recht.

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