Recep Tayyip Erdoğan:Man kann ihn auch einfach abwählen

Recep Tayyip Erdoğan: Es gibt sie, die türkische Zivilgesellschaft, und sie ist nicht nur national, sondern auch demokratisch geprägt.

Es gibt sie, die türkische Zivilgesellschaft, und sie ist nicht nur national, sondern auch demokratisch geprägt.

(Foto: Dilara Senkaya/Reuters)

Die Türkei war nie eine perfekte Demokratie - und doch ist das demokratische Bewusstsein hier tief verwurzelt. Woran es liegt, dass dem Land das Unwahrscheinliche gelingen könnte: einen Autokraten in der kommenden Wahl abzulösen.

Kommentar von Raphael Geiger

Nun ist es also so, dass Recep Tayyip Erdoğan die Abwahl fürchten muss. Bitte? Man erschrickt fast, während man es schreibt. Noch ist das nicht passiert, noch sind es sechs Tage bis zu den Wahlen. In den Umfragen ist es knapp. Vielleicht gewinnt er, vielleicht verliert er. Man müsste in der Geschichte lange suchen, um einen Fall zu finden, der sich damit vergleichen lässt: Ein Staatschef, der sich sein Land unterworfen hat, der nie mehr von der Macht lassen will, ein Autokrat also, soll sich aus dem Palast vertreiben lassen im Rahmen einer demokratischen Wahl?

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