Schwärmen, toben, fantasieren: Um zu verstehen, was ein Rave ist, reicht schon ein Blick auf das namengebende englische Verb „to rave“. Seit Ende der 1980er-Jahre geht es auf der ganzen Welt in Lagerhallen, Wäldern und Clubräumen eben darum: sich zu rasenden Beats ins Delirium zu tanzen. Unverzichtbar für einen Rave sind ein oder mehrere DJs, die live elektronische Musik auflegen – vorwiegend Techno, House oder Trance. Präferiertes Setting ist die Nacht. Doch viele Raves finden heute auch tagsüber statt (Day Rave) oder gleich über ein ganzes Wochenende. Mehr denn je sind Raves aus düsteren Tunneln ins Licht des Mainstreams gewandert, und damit hadert die Szene. Nicht alle sind sich einig darüber, ob größere, kommerzielle Musikveranstaltungen überhaupt „echte“ Raves sind. Und ob sich die Philosophie weiterhin hält, die sich in den Anfängen der Szene im Akronym „PLUR“ (Peace, Love, Unity, Respect) manifestierte: dass auf Raves jede und jeder so sein kann, wie er oder sie will. Umso tragischer ist der Vorfall auf einem Rave im schweizerischen Aarau, wo eine junge Frau erschossen und fünf weitere Menschen teils schwer verletzt worden sind.
Aktuelles LexikonWas ist ein Rave?

Bei einem Rave im schweizerischen Aarau ist eine 22-jährige Italienerin am frühen Sonntagmorgen durch Schüsse getötet worden.
Romina Amato/ReutersIn Lagerhallen, Wäldern und Clubräumen tanzen sich Menschen zu rasenden Beats ins Delirium. Jede und jeder kann so sein, wie er oder sie will. Umso tragischer ist der Vorfall im schweizerischen Aarau.
Von Lisa Torjuul
