Raumfahrt:Griff nach den Sternen

Es geht auch sinnvoller als bei Jeff Bezos: Der Einstieg von Porsche beim Raketenbauer Isar Aerospace zeigt, wie wichtig Satelliten für die traditionelle Industrie werden.

Von Dieter Sürig

Wenn Luxus-Touristen für ein paar Minuten Schwerelosigkeit so viel CO₂ in die Luft blasen, dass es nicht genug Umweltzertifikate dafür gäbe, dann erweist dies der Raumfahrt einen Bärendienst. Solche Unternehmungen ähneln eher einem gigantischen freien Fall auf dem Rummelplatz als der Raumfahrt. Eine Woche nach Jeff Bezos' Ausflug Richtung Sterne ist nun die Zukunft einer sinnvollen Raumfahrt zu besichtigen: Porsche SE steigt bei Isar Aerospace ein, das mit Kleinraketen Satelliten in den Erdorbit transportieren will.

Das ist ein vernünftiger Schritt. Auch wenn es der Volkswagen-Eigner nicht so deutlich sagt: Um in den Markt für autonomes Fahren einsteigen zu können, brauchen Autohersteller nämlich den strategisch wichtigen Zugang zu einem Satellitennetz, das verlässlich die autonomen Fahrzeuge auf der Welt vernetzen kann. Zentimetergenaue Navigationsdaten bieten Systeme wie Galileo und GPS, doch bei der Breitbandkommunikation schaut es anders aus. Da gibt es nur Elon Musks Starlink, das sich auch gar nicht für Autos eignen soll.

Der chinesische Autokonzern Geely baut eine Satellitenfabrik auf, weitere Hersteller werden Zugänge zum All suchen. Raumfahrt wird für traditionelle Industrien immer wichtiger. Schon Olympia-TV, Wetterbilder, Navis sind ohne Satelliten undenkbar. Und an wiederverwendbaren und umweltfreundlichen Raketen wird auch bereits getüftelt.

© SZ/kus
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