Ein einziges Mal nur haben sich Wolodimir Selenskij und Wladimir Putin persönlich getroffen, vor fast sechs Jahren. Schon im Dezember 2019 wirkte das wie ein kleines Wunder, der russische Langzeitherrscher und der ukrainische Politikneuling in einem Raum. Putin führte ja bereits Krieg gegen Selenskij, nur tat er damals noch so, als sei das gar nicht sein Krieg, als gäbe es keine russischen Soldaten in der Ostukraine. Am runden Tisch in Paris, an dem auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel Platz nahmen, stellte sich Putin lediglich als besorgter Nachbar dar.
Gut zwei Jahre später griff Putin dann offen und in großem Stil an. Seit Paris hat sich viel verändert: Putin verschleiert seine Kriegsziele nicht mehr, auch nicht seine Abneigung gegen Selenskij und die Europäer. Eine Reise nach Paris wäre für ihn schon wegen eines internationalen Haftbefehls unmöglich. Und überhaupt hat ein anderer längst die Rolle des Moderators übernommen, US-Präsident Donald Trump. Ihn möchte Putin nächste Woche treffen. Die Frage ist nun, ob Trump ein Gespräch mit Selenskij dafür zur Bedingung macht. Bisher sieht es nicht danach aus.

