Es war ein Pfingsten ohne Pfingstrosen. Es war ein Pfingsten, bei dem die politische Pfingstpredigt der damalige bayerische Innenminister Karl Hillermeier hielt. Sie lief auf die Botschaft hinaus, dass der, der sich in Gefahr begibt, darin umkommt – er meinte die Demonstrantinnen und Demonstranten gegen den Bau der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAA) in der Oberpfalz. Das ist jetzt genau vierzig Jahre her. Die drei Tage an Pfingsten des Jahres 1986 sind als „Pfingstschlacht“ in die Zeitgeschichte eingegangen; sie gehören zu den dunklen Tagen für die Zivilcourage. Es waren Tage wie im Bürgerkrieg: Zum ersten Mal in der bundesdeutschen Geschichte wurde CS-Reizgas gegen Demonstrantinnen und Demonstranten, es waren Zehntausende, eingesetzt. Das Gas wurde versprüht von den Wasserwerfern, es wurde in Kartuschen abgeworfen aus den tieffliegenden Hubschraubern des Bundesgrenzschutzes.
MeinungPrantls BlickSo funktioniert eine Gewaltspirale

Von Heribert Prantl
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Vor vierzig Jahren wurde aus den Protesten gegen die atomare Wiederaufarbeitungsanlage die Pfingstschlacht von Wackersdorf.
