MeinungPrantls BlickWer das Heilige in den Schmutz zieht

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Von Heribert Prantl

Lesezeit: 3 Min.

Am Sonntag hat Papst Leo XIV. nahe Angolas Hauptstadt Luanda die Messe gefeiert.
Am Sonntag hat Papst Leo XIV. nahe Angolas Hauptstadt Luanda die Messe gefeiert. ALBERTO PIZZOLI/AFP

Klarer und deutlicher als die Führer der Welt äußern die christlichen Kirchen Kritik an der US-Kriegspolitik. Die Kirchen gewinnen so auch neue Anziehungskraft.

Kirche ist das, was es ohne sie nicht gäbe. Es gäbe nicht den Blick über die Dörfer mit den Kirchturmspitzen. Es gäbe nicht die heiligen Haltestellen in den Großstädten der Alten und der Neuen Welt. Ohne Kirche gäbe es keinen öffentlichen Raum, in dem ein Mensch trauern und weinen kann – bei irgendeinem Lied, bei einer Fürbitte, die ihn anrührt. Das freilich hat die Flucht aus den christlichen Kirchen nicht verhindert und nicht gestoppt. Seit 2024 ist in Deutschland erstmals weniger als die Hälfte der Bevölkerung Mitglied einer der beiden großen Kirchen. 2024 sind 667 000 Menschen ausgetreten. Insgesamt haben beide Kirchen 2025 rund 1,2 Millionen Mitglieder verloren; die Austritte plus die Sterbefälle überstiegen Taufen und Eintritte deutlich.

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