Der Abschied vom Verbrenner fällt vielen Autofahrern schwer. Rund 20 Prozent von ihnen würden beim Umstieg auf ein Elektroauto den Geruch von Benzin vermissen, behauptet der amerikanische Autohersteller Ford. Deshalb hat er ein Parfüm namens „Mach-Eau“ entwickelt, das an den Geruch eines Benziners erinnert. In den Elektro-Modellen von Mercedes lässt sich sogar der Motorklang eines V8-Motors einspielen – passend zum Beschleunigen oder Verzögern. So klingt der Sound von Freiheit und Abenteuer – zumindest für Menschen mit Benzin im Blut.
Und genau das ist das Problem der deutschen Hersteller von Oberklasseautos, etwa von Porsche. Es ist nicht immer angenehm, aber Automarken gehören erst einmal ihren Fans. Die Kunden entscheiden, was sie haben wollen. Und um Vernunftgründe oder gar Umweltschutz geht es offenbar derzeit nicht vorrangig, wenn Menschen einen sechsstelligen Betrag zum Beispiel in einen Porsche 911 investieren. Energie sparen und das Klima schützen kann man auch mit dem Plug-in-Firmenauto oder dem Zweitwagen. Diese Einstellung kann man geißeln. Zum Umstieg zwingen kann Porsche seine Fans aber nicht. Zumal es sogar ein echtes Vernunftargument gibt für Kunden, nicht auf den E-Porsche zu setzen: Er verliert schneller an Wert als die fast wertstabilen Verbrenner wie der 911er.
Immerhin: Die Porsche-Fahrer lassen ihre Autos die allermeiste Zeit des Jahres in der Garage stehen
Aus dieser Perspektive ist es verständlich, dass die Marke jetzt wieder mehr Gewicht auf konventionelle Antriebe legt, nachdem die Elektromodelle zuletzt nicht gut angekommen waren. Mit flachen, sportlichen E-Autos, die extrem gut auf der Straße liegen, wollten sie die Kunden begeistern. Der schwere Batterieblock zwischen den Achsen senkt den Schwerpunkt, deshalb wankt das Auto bei schnellen Richtungswechseln nicht so stark. Für Leute, die ihre Wochenenden auch mal mit Fahrtrainings auf der Rennstrecke verbringen, ist das wichtig. Offenbar aber nicht wichtig genug. Die „weichen“ Faktoren beim Fahren scheinen zentraler zu sein.
Man kann sich immerhin damit beruhigen, dass die teuren Pulsbeschleuniger von Porsche oft nur ein paar Hundert oder Tausend Kilometer pro Jahr bewegt werden. Klar, ihre Herstellung hat Ressourcen verbraucht. Aber solche Blech-Preziosen stehen die allermeiste Zeit des Jahres als „Mobilitätsreserve“ in der Mehrfach-Garage. Dort verpesten sie die Umwelt wenigstens nicht zusätzlich.

