Als Teenager hatte der in Frankfurt lebende Michel Friedman einen amerikanischen Traum: „Meine Sehnsucht war es, nach dem Abitur nach New York zu gehen und an der Columbia zu studieren.“ Um später einmal Chefredakteur der New York Times und Lehrstuhlinhaber für Philosophie zu werden. Friedman bekam ein Stipendium und ein Visum für die USA, er war seinem Traum näher gekommen. Seinen Eltern, Überlebenden des Holocausts, erzählte er mit Stolz von seinen Plänen. „Ich dachte, es gibt einen Freudenschrei. Stattdessen gab es ein Schweigen und nach einer kurzen Zeit sagte meine Mutter: ‚Du willst gehen? Willst du uns umbringen?‘“
Podcast „Ist das gerecht?“„Wehret den Anfängen? Ich bitte dich!“
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Michel Friedman blickt auf seine Jugend zurück und kritisiert: Die Kategorisierung von Menschen werde hierzulande wieder salonfähig.
Podcast von Ronen Steinke, Text von Justin Patchett