Die Priesterbruderschaft St. Pius X., lateinisch Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X., kurz FSSPX, hat sich der traditionellen katholischen Lehre verschrieben. Obgleich sie im Vergleich zu deren 2000-jähriger Geschichte sehr jung ist: Gegründet hat sie der französische Geistliche Marcel Lefebvre vor erst 56 Jahren, da er den Reformprozess der katholischen Kirche und die daraus folgenden Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 – 1965) ablehnte. Zu diesen zählt etwa die grundlegende Öffnung der katholischen Kirche gegenüber Orthodoxen oder Protestanten, die Ökumene. Die Namensgebung der Bruderschaft ist Programm: Papst Pius X., von 1903 bis 1914 Oberhaupt der katholischen Kirche, war erklärter Gegner der Moderne. Seiner Überzeugung, das gesamte Leben der Menschen sollte weitgehend dem Dienste Christi unterworfen sein, folgt die Piusbruderschaft in der ganzen Welt. Etwa 1500 Angehörige gibt es in 60 Ländern, sie arbeiten in der Seelsorge, betreiben auch Schulen. Gründer Lefebvre wurde einst exkommuniziert. Jetzt hat Papst Leo XIV. auch sechs Geistliche der Bruderschaft exkommuniziert, da sie diese Woche unerlaubterweise Bischöfe weihten.
Aktuelles LexikonWas ist die Piusbruderschaft?

Gemeinschaft von Geistlichen, die einer traditionellen katholischen Kirche anhängen. Und dabei auch die Konfrontation mit dem Papst nicht scheuen, etwa indem sie unerlaubt Bischöfe weihen.
Von Johanna Pfund