MeinungBundesrepublikDer Pazifismus hat eine große Vergangenheit – aber keine Gegenwart

Portrait undefined Heribert Prantl

Kolumne von Heribert Prantl

Lesezeit: 4 Min.

300 000 Menschen zogen durch Bonn: die große Demonstration der Pazifisten am 10. Oktober 1981.
300 000 Menschen zogen durch Bonn: die große Demonstration der Pazifisten am 10. Oktober 1981. imago/Klaus Rose

Er siecht dahin in einer Zeit, die ihn gut brauchen könnte. Die Zeitenwende war für ihn ein Zeitenende.

SZ bei Google bevorzugen

Der Pazifismus hat in der Bundesrepublik eine große und erfahrungsgesättigte Vergangenheit. Er hat aber keine Gegenwart, obwohl oder gerade weil wie entfesselt aufgerüstet wird und die Gefahr eines Atomkriegs so groß ist wie kaum je seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Philosoph Jürgen Habermas beklagte 2023, drei Jahre vor seinem Tod, den „bellizistischen Tenor einer geballten veröffentlichten Meinung“. An diesem Tenor hat sich wenig geändert. Das Wort „Frieden“ gehört kaum noch zum bürgerlichen Wortschatz. Wer pazifistisch redet, wird verspottet – es sei denn, er ist Papst; dann wird er nicht verspottet, sondern nur als Träumer belächelt. Ob der Pazifismus Zukunft hat – wenigstens als Korrektiv gegen die ausufernde Aufrüstung –, das steht in den Sternen.

Zur SZ-Startseite

MeinungRücktritte
:Populisten büßen nicht für ihre Skandale, Demokraten schon

SZ PlusKommentar von Detlef Esslinger
Portrait undefined Detlef Esslinger

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: