Aktuelles LexikonWas ist ein Tsunami-Warnsystem?

Tsunami-Warnschild an der Küste von Chile.
Tsunami-Warnschild an der Küste von Chile.
Till Simon Nagel/dpa-tmn

Internationales Netzwerk, das mit Sensoren die Folgen von Erdbeben in den Weltmeeren beobachtet. Im Pazifik seit mehr als 60 Jahren aktiv.

Von Claudia Henzler

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Um früh vor den meterhohen Wasserwellen eines Tsunamis warnen zu können, werden unter anderem Sensoren am Meeresboden installiert, in bis zu 5000 Meter Tiefe. Sie messen den Druck der Wassermasse, die über ihnen lastet, und können dadurch Schwankungen des Meeresspiegels erfassen. Außerdem registrieren sie Erschütterungen im Erdboden. Die Sensoren übermitteln ihre Daten akustisch an eine Boje, die sie wiederum an Beobachtungszentren an Land schickt. Den nationalen Zentren bleiben, je nach Entfernung des Bebens zur Küste, wenige Minuten oder einige Stunden Zeit, um zu entscheiden, ob die gefährdete Region evakuiert werden muss. Das erste Beobachtungszentrum entstand 1946 für den Pazifik in den USA. Wegen eines schweren Erdbebens in Chile, dessen Flutwellen 1960 auch an den Küsten von Hawaii und Japan Zerstörungen anrichteten und Menschenleben kosteten, entschieden sich die Pazifik-Anrainer zu einer Zusammenarbeit unter dem Dach der Vereinten Nationen. Sie tauschen, wie nach dem Erdbeben vor der russischen Halbinsel Kamtschatka in der Nacht auf Mittwoch, ihre Daten aus.

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