Papst zu sein, erfordert eine gewisse Erfahrung und Reife. Mal abgesehen davon, dass man Zeit braucht, um sich in diese obersten Kreise kirchlicher Macht vorzuarbeiten. Das schlägt sich im durchschnittlichen Lebensalter der Kirchenoberhäupter nieder. Der jüngste Papst mit gesicherten Geburtsdaten war Leo X., der mit 37 Jahren ins Amt kam. Im 20. und 21. Jahrhundert wurden die Päpste älter, dem medizinischen Fortschritt sei Dank. Jorge Mario Bergoglio war 76 Jahre alt, als er zum Papst gewählt wurde, nun ist er im Alter von 88 Jahren gestorben. Noch älter wurde im Amt Leo XIII., der 1903 im Alter von 93 Jahren starb. 1810 nahe Rom geboren, lebte er weit länger, als es die damals durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes (35 Jahre) annehmen ließ. Bis heute bekannt ist Leo XIII. für seine Sozialenzyklika. Darin beschäftigte er sich mit dem Konflikt von Arbeit und Kapital, dem großen Thema seiner Zeit der Industrialisierung. Er plädierte für das Recht auf Privateigentum und für eine Versöhnung der Klassen, also gegen den Sozialismus. Aber er kritisierte auch den Laissez-faire-Kapitalismus dieser Epoche und warb dafür, dass Kirchen, Staat und die Arbeiterschaft die soziale Frage lösen.
GeschichtsbildDer älteste Papst

Schon 266 Oberhäupter zählte die katholische Kirche. Einige von ihnen lebten sehr lang. Der bislang älteste amtierende Papst war Leo XIII. Er starb im Jahr 1903 im Alter von 93 Jahren.
Von Lisa Nienhaus