Im Vatikan, dem kleinsten Staat der Welt, ist man stolz, hinter Mauern ziemlich alles zu haben, was es zum Leben braucht, auch eine Krankenstation und eine Apotheke. Früher wurden die Päpste, wenn sie krank wurden, auch dort behandelt. Mit dem Langzeit-Papst Johannes Paul II. änderte sich das: Er litt unter den Folgen eines Attentats, war in seinen letzten Jahren sehr krank und musste oft medizinisch versorgt werden. Der Papst aus Polen ließ sich bei Bedarf einige Kilometer aus dem Vatikan hinausfahren ins Policlinico Universitario Agostino Gemelli, gelegen am nordwestlichen Standrand von Rom auf dem Monte Mario, mit Blick auf die Vatikanstadt. Seitdem ist die Gemelli-Klinik, benannt nach einem Mediziner-Pater, Synonym für Sorgen um die Gesundheit eines Pontifex. Das akademische Lehrkrankenhaus der Katholischen Universität Sacro Cuore gilt als eine der besten Klinken Italiens und auf einigen Gebieten weltweit. Es hat 1800 Betten und 5000 Mitarbeiter. Im zehnten Stock der Klinik wird ein eigener Trakt für den Papst vorgehalten. Er ist über einen eigenen Fahrstuhl direkt zu erreichen und umfasst ein Krankenzimmer, eine Kapelle und Räume für die engsten Mitarbeiter und Betreuer. Dort liegt in diesen Tagen, streng abgeschirmt, der lungenkranke Papst Franziskus.
Aktuelles LexikonGemelli-Klinik

Renommiertes akademisches Lehrkrankenhaus in Rom mit 1800 Betten, wovon eines stets für den Papst vorgehalten wird.
Von Marc Beise