Aktuelles Lexikon:Pandora

Gefährlicher Inhalt: Im antiken Mythos war Pandora die Entfesslerin allen Übels.

Von Alexander Menden

Laut den Werken des antiken griechischen Dichters Hesiod war Pandora, nach der das soeben von der SZ und ihren Recherchepartnern enthüllte Datenkonvolut benannt ist, die erste sterbliche Frau. Dem Mythos zufolge erschuf der Schmiedegott Hephaistos sie im Auftrag des Göttervaters Zeus aus Lehm. Ihr Name wird oft mit "Allbeschenkte" übersetzt, denn Pandora wurde von den Göttern mit allen denkbaren guten Gaben und Eigenschaften ausgestattet. Letztlich war sie aber eine Art fleischgewordene Vergeltungsmaßnahme. Der Titan Prometheus hatte den olympischen Göttern das Feuer entwendet und es ohne deren Erlaubnis an die Menschen weitergegeben. Um diesen Frevel auszugleichen, übergab Zeus der Pandora einen pithos, also einen Vorratskrug, der später durch den humanistischen Gelehrten Erasmus von Rotterdam zur heute sprichwörtlichen Büchse umgedeutet wurde. Dieses Gefäß enthielt die Gesamtheit aller Arten von Elend, Übel und Mühsal. Zeus schickte Pandora auf die Erde zu Epimetheus, der sie, entgegen den Warnungen seines Bruders Prometheus, als Geschenk annahm. Kaum angekommen, öffnete Pandora das Gefäß und entließ seinen schädlichen Inhalt in die Welt. Allein die Hoffnung, das einzig Positive, das der Krug enthielt, entkam nicht. So wurde Pandora zur Entfesslerin allen Übels.

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