Im Zeitalter der Bäume von Valinor schuf der Elbenprinz Fëanor die sehenden Steine, die Palantíri. Mit ihnen konnten ihre Nutzer in die Ferne sehen und von Stein zu Stein kommunizieren. Sie fanden ihren Weg nach Mittelerde und wurden dort von Sauron verdorben. So steht es in den Werken von J. R. R. Tolkien. In unserer Welt gründete 2004 eine Gruppe um die Unternehmer Peter Thiel und Alex Karp das Unternehmen Palntir; Karp wurde dessen Chef. Angestoßen durch ein Startinvestment der CIA und eine Finanzspritze von Thiel wurde die Softwarefirma zur Top-Adresse für Datenanalyse für Sicherheitszwecke. Mit ihrem Programm „Gotham“ konnte Palantir nicht nur in den USA zahlreiche Polizei- und Sicherheitsbehörden als Kunden gewinnen. Hierzulande firmiert es unter dem weniger fantasievollen Namen VeRA und wird etwa von Polizeibehörden in NRW, Hessen und Bayern genutzt. Nun hat eine Datenschutz-NGO wegen des bayerischen VeRA-Einsatzes eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht. Palantir erhebe und verarbeite Daten zu Personen, die in keinem Zusammenhang mit Straftaten stehen, und verletze so Grundrechte. Eine Beschwerde, der sich Sauron wiederum nie stellen musste.
Verfassungsbeschwerde gegen Regeln für Palantir-Software
:„Bayern ist nicht Gotham City“
Innenminister Joachim Herrmann sieht in der Analyse-Plattform „einen Quantensprung in der kriminalistischen Arbeit“. Die „Gesellschaft für Freiheitsrechte“ klagt gegen die Regeln für ihren Einsatz – denn die Anwendung verletze Grundrechte, Unbeteiligte könnten ins Visier geraten.