Gil Ofarim:Eine weise Entscheidung des Gerichts

Gil Ofarim: Er hat gestanden und um Verzeihung gebeten: Gil Ofarim, hier neben seinem Verteidiger Alexander Stevens.

Er hat gestanden und um Verzeihung gebeten: Gil Ofarim, hier neben seinem Verteidiger Alexander Stevens.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Das Verfahren wird gegen Zahlung von 10 000 Euro eingestellt. Zwei verletzte Menschen bleiben dennoch zurück.

Kommentar von Annette Ramelsberger

Der Prozess gegen Gil Ofarim begann zu einem Zeitpunkt, der aufgeladener nicht sein konnte. Vier Wochen, nachdem die Terrororganisation Hamas Israel überfallen hatte. Vier Wochen, in denen der Antisemitismus auch in Deutschland brutal und offen zutage trat. Vier Wochen aber auch, in denen jedes Wort, jeder Satz darauf abgeklopft wurde, wo jemand steht und ob er womöglich von diesem Antisemitismus infiziert ist. Der Prozess gegen den jüdischen Sänger und Schauspieler Gil Ofarim war von vornherein überladen mit Bedeutung, weit über das hinaus, worum es juristisch ging: falsche Verdächtigung und Verleumdung. Angeblich hatte vor zwei Jahren ein Hotelmitarbeiter in Leipzig Ofarim aufgefordert, seine Kette mit dem Davidstern abzulegen, erst dann dürfe er einchecken. So hatte es Ofarim damals in einem Instagram-Video erzählt.

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