Es war sicher nicht der schlimmste Fall von Freunderlwirtschaft in Österreich. Aber es war schon recht dreist, was sich 2017 rund um das Finanzamt Braunau abspielte. Ein Dorfbürgermeister wollte die Leitung übernehmen, war dafür aber nicht qualifiziert. Und so ging er zu seinem Parteifreund August Wöginger, seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der Regierungspartei ÖVP in Wien, und bat ihn, ein gutes Wort einzulegen. Wöginger kontaktierte daraufhin den mächtigsten Beamten im Finanzministerium, und der machte Druck auf die Besetzungskommission, die über die Personalie zu entscheiden hatten. Die kürte den Dorfbürgermeister – und überging jene hoch qualifizierte Bewerberin, der die Stelle nach den Richtlinien eigentlich zustand.
MeinungÖsterreichEndlich hat die Freunderlwirtschaft mal Konsequenzen

Kommentar von Verena Mayer
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Der Fraktionschef der ÖVP wird zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er einem Parteikollegen ein Amt zuschustern wollte – für das der aber kaum geeignet war. Mit dem Urteil ist er noch gut davongekommen.
