Fünf Jahre und sechs Monate lang stand in Salzburg mitten in der sogenannten Altstadterhaltungszone ein Bau- und Auslegekran herum. Zwischen Landestheater und Hotel Sacher, unmittelbar hinter dem Geburtshaus des Physikers Christian Doppler und keine fünfzig Schritte von Mozarts Wohnhaus entfernt, ragte er weitum sichtbar in Kirchturmhöhe empor. Der Arm des Krans führte über die Dächer der umliegenden Häuser in eine verwinkelte Gasse und zu einem Gebäude, das eine Investorengruppe vor Jahren mit dem bescheidenen Vorsatz, es zu sanieren, gekauft hatte. Anfangs habe ich den Kran interessiert angeschaut und so wie in meiner Kindheit gehofft, ich würde in seiner Kabine hoch droben einen Kranführer beobachten können, der mit dem Lasthaken tonnenschwere Platten vom Boden hebt und schaukelnd über die Dächer zur Baustelle verfrachtet.
MeinungÖsterreichDie Geschichte vom Salzburger Kran
Kolumne von Karl-Markus Gauß
Lesezeit: 4 Min.

Und außerdem die Geschichte von der FPÖ aus der Steiermark: Man gewöhnt sich irgendwann an Baustellen - und irgendwann an rhetorische Entgleisungen in der Politik. Und dann, eines Morgens ...
