Die schwarze Null ist etwas, das Kämmerer und Haushälter eigentlich schätzen – im Gegensatz zu den schlecht beleumundeten Phänomenen wie schwarzen Kassen oder Schwarzarbeit. Denn nach der Farblehre der öffentlichen Haushalte signalisiert Schwarz etwas Positives: Der Staat oder die Kommune verfügt über genügend Geld, um damit die Ausgaben bestreiten zu können. Die schwarze Null bedeutet allerdings nicht, dass ein dickes Polster an Rücklagen aufgebaut wird, maximal ein kleines Plus wird da erwirtschaftet. Rot hingegen ist als Warnzeichen zu verstehen, bedeuten rote Zahlen doch, dass ein Land mehr Geld für seine mannigfaltigen Aufgaben benötigt, als ihm aus Quellen wie Steuern, Gebühren oder Zuweisungen zufließen und es daher gezwungen ist, Schulden aufzunehmen. Eine Situation, die Kämmerer oder Finanzminister in der Regel vermeiden, Bayern etwa ist stolz auf seinen ausgeglichenen Haushalt ohne Neuverschuldung. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hingegen erklärte nun im ARD-Sommerinterview, mit einer schwarzen Null könne man sich nicht gegen Wladimir Putin verteidigen, sprich, es gebe auch gute Gründe für Schulden.
Aktuelles LexikonWas bedeutet die schwarze Null?

Ausdruck für einen ausgeglichenen Haushalt einer Kommune oder eines Landes, der ohne neue Schulden auskommt. Schön, aber nicht immer zielführend, wie Finanzminister Lars Klingbeil nun meint.
Von Johanna Pfund