Wenn die Staatsmacht frühmorgens mit so einem Aufgebot anrückt, sind die Eilmeldungen garantiert: „Riesen-Razzia gegen die Hells Angels“ (Bild). 1200 Polizisten hat die nordrhein-westfälische Polizei am Dienstag aufmarschieren lassen. Eine Aktion, die an Zeiten erinnert, in denen das Phänomen Rockerkriminalität noch ein Riesending war, politisch und massenmedial. Nur ist das auch schon wieder gut fünfzehn Jahre her. In der Zwischenzeit ist es – abseits von Bild und „Spiegel TV“, die das Klickpotenzial von Rockerkrieg-Geschichten nach wie vor zuverlässig erschnüffeln – ziemlich an den Bildrand gerückt. Im Fokus dafür: Islamisten, Neonazis, Clankriminelle. Entsprechend wurden auch Prioritäten in Polizeibehörden verschoben. Alles nachvollziehbar, denn die genannten Phänomene sind ja wirklich große Probleme und die Ressourcen der Ermittler endlich.
MeinungInnere SicherheitMit dieser einen Razzia bei den Hells Angels ist es nicht getan

Kommentar von Christoph Koopmann
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In Nordrhein-Westfalen geht die Staatsmacht mit 1200 Polizisten gegen die Rocker vor, um genau zu sein: gegen eine Ortsgruppe. Dabei ist das Problem der organisierten Kriminalität viel größer.
