Als der Norweger Thorleif Haug am 2. Februar 1924 in Chamonix mit seinen Langlaufskiern am Start stand, war dies ein Moment der vielen ersten Male. Erstmals fanden hier Olympische Winterspiele statt, erstmals war die Nordische Kombination, die Langlauf und Skispringen vereint, olympische Disziplin. In dem 18-Kilometer-Rennen wurde Haug Dritter. Nachdem er zwei Tage später zwei tolle Sprünge von der „Tremplin olympique du Mont“ hingelegt hatte, ging er als erster Olympiasieger der Nordischen Kombination in die Wintersportgeschichte ein. In den folgenden knapp 100 Jahren blieb die Nordische Kombination den Männern vorbehalten. Erst 2019 fanden erstmals Weltmeisterschaften für Frauen statt, was wie eine Entscheidung für die Zukunft wirkte. Doch nun, mitten im Sommer, mitten in der Vorbereitung auf die kommende Saison, erreicht die Nordischen Kombinierer diese Botschaft: An den Olympischen Winterspielen 2030 in Frankreich dürfen sie nicht teilnehmen, wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) nun mitteilte. Zu gering sei das Interesse der Zuschauer, zu wenige Nationen schickten Athleten. Zumindest auf 2034 können die Nordischen Kombinierer hoffen. Dann könne die Sportart wieder olympisch werden, stellte das IOC zuletzt in Aussicht. Ein Hauch von Trost.
GeschichtsbildDie Nordische Kombination

Seit 1924 sind Langlauf und Skispringen zusammen eine olympische Disziplin. Mit dieser Tradition hat das IOC diese Woche gebrochen.
Von Johanna Pfund
