MeinungNahostNetanjahu ist für Trump zur Belastung geworden

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Kommentar von Peter Burghardt

Lesezeit: 1 Min.

Benjamin Netanjahu zu Besuch bei Donald Trump: Um diese Audienz musste er sich offenbar bemühen.
Benjamin Netanjahu zu Besuch bei Donald Trump: Um diese Audienz musste er sich offenbar bemühen.
Israeli Government Press Office/AFP

Israels Regierungschef wird im Weißen Haus empfangen wie ein Bittsteller. Dem US-Präsidenten könnte schwanen, dass der Krieg gegen Iran ein Fehler war.

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Benjamin Netanjahu hat schon angenehmere Termine bei Donald Trump erlebt, auch wenn er seinen achten Besuch in der zweiten Amtszeit des US-Präsidenten jetzt als einen seiner besten bezeichnet. In den sieben Besuchen zuvor wurde Israels Premier als engster Verbündeter begrüßt. Nun musste er sich offenbar um diese Audienz im Weißen Haus bemühen und wurde anlässlich der Trauerfeier für den verstorbenen Senator Lindsey Graham wie ein Bittsteller empfangen.

Trumps Verhältnis zu Netanjahu scheint sich umgekehrt zu entwickeln wie jenes zu Wolodimir Selenskij, der gerade ebenfalls wieder zu Gast war. Der ukrainische Präsident wurde 2025 aus dem Oval Office geworfen. Inzwischen sieht es so aus, als respektiere Trump den Mann aus Kiew. Die Gegenwehr der Ukraine im russischen Angriffskrieg gewinnt in Maga-Kreisen an Zustimmung. Der US-israelische Krieg in Iran dagegen wird immer unpopulärer.

Trump spricht bereits in der Vergangenheitsform von Netanjahu, seinem ehemaligen Freund

Die Angriffe haben nichts von dem erreicht, was sich Amerikas Oberbefehlshaber vorgenommen hatte. Kein Ende des iranischen Atomprogramms, keinen Regimewechsel. Stattdessen ist ständig die Straße von Hormus gesperrt. Die Benzinpreise steigen, Trumps Umfragewerte fallen. Inzwischen will er hauptsächlich die Meerenge wieder dauerhaft öffnen und diesen Krieg vor den Zwischenwahlen im November mit einem Abkommen beenden.

Netanjahu hat es vor Israels Wahlen im Oktober weniger eilig. Jede Eskalation, womöglich mit Bodentruppen, käme ihm gelegen. Der israelische Regierungschef ist für Trump zur Belastung geworden und steht auch seinen Friedensplänen für Gaza und Libanon im Weg. Er spricht bereits in der Vergangenheitsform von Netanjahu – seinem ehemaligen Freund, der zum Freundchen wurde.

Der Weltpolitiker Trump hat keine Strategie, aber ein Gefühl für Stimmungen. Falls ihm schwant, dass der schlecht geplante Krieg mit Israel gegen Iran ein Fehler war, dann käme diese Erkenntnis allerdings zu spät.

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