„Nationalrat“ ist, ebenso wie „Parlamentsklub“, ein Begriff aus der Politik, in dem sich der österreichische Sprachgebrauch vom deutschen unterscheidet. Während der Klub das Pendant zur Fraktion ist (und der Klubobmann der Fraktionsvorsitzende, respektive die Klubobfrau), bezeichnet der Nationalrat das Abgeordnetenhaus, also das Parlament. Er hat seinen Sitz an der Wiener Ringstraße und derzeit 183 Abgeordnete.
Der Nationalrat wird vom Volk gewählt, macht die Gesetze und soll die Regierung kontrollieren. Daneben existiert eine zweite Kammer, der Bundesrat, der ein Veto einlegen kann, wenn Gesetze in die Kompetenzen der Länder eingreifen.
Die Vorläufer des Nationalrats waren eine provisorische und später eine konstituierende Nationalversammlung während des Zerfalls der Habsburger Monarchie im damaligen Deutschösterreich; gefolgt von dem durch eine neue Verfassung 1920 eingerichteten Nationalrat der Republik Österreich. 1933 wurde das Parlament vom Kanzler Engelbert Dollfuß ausgeschaltet und konnte sich erst nach Kriegsende mit der ersten freien Wahl in der Zweiten Republik im November 1945 neu konstituieren. Die Nationalratswahl an diesem 29. September war die 28. seither.

