GeschichtsbildEndlich Friede in Nahost?

Washington, 13. September 1993: US-Präsident Bill Clinton inszeniert sich als Friedensstifter zwischen Israels Ministerpräsident Jitzchak Rabin (links) und Palästinenserführer Jassir Arafat.
Washington, 13. September 1993: US-Präsident Bill Clinton inszeniert sich als Friedensstifter zwischen Israels Ministerpräsident Jitzchak Rabin (links) und Palästinenserführer Jassir Arafat. Foto: J. David Ake

So viele Anläufe dazu gab es schon, der im September 1993 war bislang der hoffnungsvollste.

Von Detlef Esslinger

Wann ist es an der Zeit, jemandem den Friedensnobelpreis zu geben? Der israelische Ministerpräsident Jitzchak Rabin und der Palästinenserführer Jassir Arafat erhielten ihn 1994, ein Jahr nach dieser berühmten Szene: Im Garten des Weißen Hauses war am 13. September 1993 ein Tisch aufgebaut worden. Daran hatten soeben Repräsentanten Israels, der Palästinenser, den USA und Russlands ein Dokument unterschrieben, das den Weg zum Frieden bereiten sollte; nun ließen sich Rabin und Arafat von US-Präsident Bill Clinton diesen Händedruck abringen. War damit der Friede im Nahen Osten ausgebrochen? Man ist nicht auf den Abstand von 32 Jahren angewiesen, um die traurige Antwort zu kennen. Viele zeigten schon damals, im Garten in Washington, ihre Skepsis. Es war ja kein Vertrag, sondern nur eine „Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung“ unterzeichnet worden.  Das klang wackelig, und es war wackelig. Rabin konnte sich nicht mehr als deren Garant erweisen, er wurde zwei Jahre später ermordet. Arafat, dem alten Freischärler, gelang es nie, zum Partner zu werden. Clinton hat keinen Nobelpreis bekommen. Es wäre ihm aber auch nie eingefallen, darum zu barmen.

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