Menschen, die das Oktoberfest zum ersten Mal besuchen, finden es meist wahnsinnig überfüllt dort. Das gilt besonders für die Bierzelte, aber auch vor manchen Fahrgeschäften gibt es Menschenaufläufe. Später am Abend besonders vor einem: dem Toboggan. Das ist ein bunter Turm, von dem man herunterrutschen kann. Die wahre Attraktion ist aber das Hinaufkommen. Denn dort wird man zunächst von einem Laufband aufwärts transportiert, das – anders als etwa am Flughafen – deutlich zu schnell eingestellt ist. Sprich: Die Menschen treten drauf und purzeln. Je mehr Alkohol zuvor im Spiel war, umso wahrscheinlicher der Sturz. Und noch witziger (und auch kostengünstiger), als es selbst auszuprobieren, ist es, davor zu stehen und zuzuschauen. Wer das nun für eine Münchner Spezialität hält, liegt falsch. Vor 100 Jahren gab es diese Fahrgeschäfte an vielen Orten. Das Münchner Toboggan ist sogar schon seit rund 90 Jahren dabei und war etwa Anfang des 20. Jahrhunderts überall in Europa unterwegs. Der Name geht auf eine nordamerikanische Tradition von Turmrutschbahnen zurück. Diese hatten sich das Wort von kanadischen Ureinwohnern, den Algonkin, entlehnt, dort bezeichnete es einen Holzschlitten. Gemeint ist damit vermutlich die Art, vom Toboggan wieder herunterzukommen: beinahe wie auf einem Schlitten, nämlich auf einer Rutschmatte.
Aktuelles LexikonToboggan

Fahrgeschäft auf dem Oktoberfest, dessen Name auf ein Wort der Ureinwohner Kanadas zurückgeht.
Von Lisa Nienhaus
