Plastisch ausgedrückt könnte man sagen, dass die vier Astronauten der Artemis 2-Mission nun auch astronomisch gesehen im Griff des Mondes sind. Sie haben am Montag die sogenannte Hill-Sphäre erreicht. Das ist der Bereich, an dem die Anziehungskraft des Mondes stärker ist als jene der Erde. Die Zone also, in der die Mondgravitation die dominierende Kraft auf das ihn umkreisende Raumschiff ist.
Da die Gravitation des Mondes vergleichsweise klein ist, ist auch dessen Hill-Sphäre nicht besonders groß. Ihr Radius beträgt etwa 60 000 Kilometer; das entspricht ungefähr einem Sechstel der Distanz vom Mond zur Erde.
Benannt ist die Sphäre nach dem US-amerikanischen Astronomen und Mathematiker George William Hill, der Methoden entwickelte, die Bahnen von Himmelskörpern zu berechnen. Dabei hatte er vermutlich keine Mondreisen im Kopf. Hill forschte vor mehr als 100 Jahren, als Missionen zum Erdtrabanten kein realistisches Szenario waren. Das Konzept der Hill-Sphäre ist dennoch auch heute von Bedeutung. Nicht nur für Mondmissionen, sondern auch, um Satellitenbahnen zu bestimmen oder den Flug von Asteroiden und Kometen abzuschätzen.

