Migration:Die Politik muss die Probleme mit der Migration endlich ehrlich angehen

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Hilft das neue Asylverfahren der EU? Geflüchtete, die an Bord eines Schiffes im Mittelmeer genommen wurden. (Foto: Rene' Rossignaud/dpa)

Die Angst vor dem Abstieg wird in Deutschland verstärkt von dem Gefühl: Es wird immer enger. Wenn sich daran nichts ändert, wird die Zustimmung für die AfD noch wachsen.

Kommentar von Roland Preuß

Wer vertritt hier noch die sogenannten kleinen Leute? Diejenigen, die mit niedrigen Löhnen nach Hause gehen, die dort zu steigenden Mieten wohnen, die als Monteur oder Verkäuferin auf den Rückhalt von Gewerkschaft und Betriebsrat angewiesen sind, um dem Druck der Chefs zu widerstehen? Sicher nicht die AfD, die wenig hält von Gewerkschaften, die den Mieterschutz schwächen und das Bürgergeld abschaffen will. Und doch fühlen sich viele aus ebendiesen Gruppen von der Rechtsaußenpartei vertreten. Die jüngsten Wahlergebnisse haben es mehr denn je gezeigt: Ein Drittel der Arbeiter wählte AfD, mehr als SPD, Grüne und Linke zusammen. Selbst Angestellte stimmten häufiger für die AfD als für die SPD oder die Grünen, die Arbeitnehmer verabschieden sich vom linken Lager. Vor allem der SPD kommt ihre Kernklientel abhanden.

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