Friedrich Merz erinnert in seinem derzeitigen Nicht-Vorhandensein an Olaf Scholz in den Krisenphasen der Ampelkoalition. Er verhandelt im Verborgenen mit seinem (künftigen) Koalitionspartner, muss dabei Vertraulichkeit wahren und bleibt der Öffentlichkeit daher weitgehend entzogen. Während Merz also gefühlt schon für das Land verantwortlich ist, findet er im Austausch mit den Deutschen nicht statt. Es mag sein, dass die Merz’sche Abwesenheit, das so empfundene Führungsvakuum, kombiniert mit Donald Trumps Verwüstungen, die deutsche Unzufriedenheit nun aufs Neue anfacht. Und es mag sein, dass dies mit ursächlich dafür ist, dass die Popularität der AfD – schon wieder – wächst. Einer Umfrage zufolge liegen Union und AfD inzwischen gleichauf.
MeinungKoalitionsverhandlungenWird Merz die CDU erst einmal weiter enttäuschen? Ja, aber sicher

Kommentar von Nicolas Richter
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Der Kanzler in spe kann jene konservative Wende nicht liefern, die er im Wahlkampf versprach. In seiner Partei wächst der Unmut und in Umfragen die AfD. Aber darin liegt eine Chance für ihn.
