Ob es nun, endlich, soweit ist? Seit etwa 25 Jahren verhandelt die Europäische Union mit dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur über ein Freihandelsabkommen, es stand mehrmals kurz vor dem Abschluss, dieser aber wurde immer wieder verschoben. Mercosur steht für Mercado Común del Sur, gemeinsamer Markt des Südens, zu ihm gehören Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay und Bolivien. Es ist ein Markt, zu dem die meisten Länder der Europäischen Union gerne erleichterten Zugang hätten: Mit dem Vertrag entstünde eine Freihandelszone mit etwa 780 Millionen Menschen, der Handel zwischen Europa und Südamerika würde stark zunehmen, Milliarden an Zöllen könnten eingespart werden – und das in Zeiten, in denen es vielen Volkswirtschaften auf beiden Kontinenten eher schlecht geht. Deutschland wirbt deshalb vehement für den Abschluss, auch auf dem derzeit stattfindenden G-20-Gipfel in Rio de Janeiro, und der Gastgeber, Brasiliens Präsident Lula da Silva, will möglichst bald „mit Champagner“ auf die Unterschrift anstoßen. Doch es gibt auch prominente Gegner, allen voran Frankreich, das Nachteile für die heimischen Bauern befürchtet. Wie es dieses Mal ausgeht? Das nächste große Mercosur-Treffen findet Anfang Dezember in Montevideo statt, dann wird man es wissen.
Aktuelles LexikonMercosur
Abkürzung für Mercado Común del Sur – den gemeinsamen Markt des Südens, zu dem Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay und Bolivien gehören.
Von Benedikt Peters