So wirklich überrascht war in Brasilien und Uruguay, in Paraguay und Argentinien wohl niemand. Allzu oft haben die Europäer das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten schon verzögert, gar an den Rand des Scheiterns gebracht – mal wegen umweltpolitischer Bedenken, mal wegen der Ängste französischer Bauern. Trotzdem sind die Umstände, unter denen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union die Unterschrift unter den Handelspakt soeben ein weiteres Mal aufgeschoben haben, peinlich für Europa – ihre Anführer wie Bundeskanzler Friedrich Merz hatten ja den Eindruck erweckt, alles sei längst entschieden. Der Aufschub in letzter Minute ist zugleich eine enorme Kränkung für die angeblichen südamerikanischen Wunschpartner – und bringt einen Abschluss auf törichte Weise in Gefahr.
MeinungEU und SüdamerikaEs ist peinlich, wie Europa seine Partner hinhält

Kommentar von Benedikt Peters
Lesezeit: 2 Min.

In letzter Sekunde platzt die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten. Der nächste Versuch muss bitte sitzen.

Freihandel:EU-Handelspakt mit Südamerika wird vertagt – um ihn zu retten
Es hängt an Italien: Ohne Zustimmung aus Rom scheitert der größte Handelsvertrag in der EU-Geschichte. Auf Wunsch von Regierungschefin Meloni verschiebt die Kommission die Unterzeichnung mit den Mercosur-Ländern. Wird das noch was?
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