Geschichtsbild:Frankreichs Präsident spricht

Schloss Ludwigsburg, 9. September 1962: Charles de Gaulle bei seiner "Rede an die deutsche Jugend". (Foto: IMAGO/xLIFE_Picture_Collectionx/IMAGO/Pond5 Images)

Wie der berühmte Vorgänger von Emmanuel Macron das Fundament für die Freundschaft der beiden Völker legte.

Von Detlef Esslinger

Wenn nun, im Mai 2024, der französische Präsident eine Rede in Dresden hält, vor der Frauenkirche, dann beschwört er eine Freundschaft, die vielen ganz selbstverständlich ist - erst recht seinem überwiegend jungen Publikum, das ja gar nichts anderes kennt als Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich. Das Fundament dazu bildete eine Ansprache, die Charles de Gaulle, der erste Präsident der Fünften Französischen Republik, vor fast 62 Jahren hielt. De Gaulle war damals auf Staatsbesuch in Deutschland, also wie Macron in diesen Tagen; in den Hof des Ludwigsburger Schlosses kam er am sechsten Tag, so lange dauerten Staatsbesuche damals. Als "Rede an die deutsche Jugend" gingen die 14 Minuten in die Geschichte ein, er rief die beiden Völker dazu auf, sich kennenzulernen, in fließendem Deutsch und ohne Manuskript übrigens. Auch Emmanuel Macron sprach am Montag in Dresden auf Deutsch, in Teilen zumindest. "Europa ist eine Geschichte von Frieden, Wohlstand und Demokratie", sagte er, "Europa ist ein Garant für Frieden", also das Europa der Europäischen Union. Was die Generation de Gaulle aufbaute, hat die Generation Macron nun zu verteidigen.

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:Das Wort hat der Präsident

Wenn der Franzose Emmanuel Macron spricht, und das tut er oft, ist das was anderes als das, was in Deutschland so gesagt wird. Eine kleine Stilkunde.

Text: Nils Minkmar, Illustration: Stefan Dimitrov

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