Diktatoren:Sie müssen Blut sehen

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Man soll ihm gerne alles zutrauen: der belarussische Machthaber Lukaschenko mit einer Kalaschnikow, hier im August 2020 in Minsk. (Foto: Uncredited/dpa)

Lukaschenko, Assad, die Generäle in Myanmar: Manche Mächtige sind Süchtige. Sie verfallen in eine Art Beschaffungskriminalität, um weiter an Stoff zu kommen. Und bald bedingt eine Tat die nächste.

Von Moritz Baumstieger

Am Mittwoch floss in Damaskus Blut zum Machterhalt des Präsidenten: In einer groß inszenierten Abstimmung bescherte sich Baschar al-Assad eine weitere Amtszeit. Kabinen zur geheimen Wahl gab es nur manchmal, dafür lagen an den Urnen Stecknadeln bereit. Besonders Linientreue stachen sich damit in die Finger und drückten sie auf die Wahlzettel mit den Bildern der Kandidaten. Regime-Anhänger mit Blut an den Händen, rot verschmierte Porträts des Mannes auf den Abstimmungsbögen, der seit zehn Jahren einen Krieg gegen Teile des eigenen Volks führt - ein Legitimationsversuch mit so verstörender wie entlarvender Symbolik.

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