Lifestyle ist ein Wort, das im Grunde bloß die Art meint, wie jemand sein Leben lebt – im allgemeinen Sprachgebrauch transportiert es jedoch etwas anderes: eine Abwertung, etwas, das man jemandem vorwerfen kann. Die Älteren den Jüngeren, die Männer den Frauen. Exemplarisch zeigt das gerade der Wirtschaftsflügel der CDU – also vor allem Männer, vor allem Ältere –, indem er jenen, die in Teilzeit arbeiten – also vor allem Frauen, vor allem Jüngere – mehr oder weniger den Lifestyle-Vorwurf macht. Jedenfalls fordert er in einem Antrag für den Parteitag Ende Februar, die „Lifestyle-Teilzeit“ abzuschaffen. Dahinter steht die Unterstellung, dass Menschen ihre Lifestyle-Freizeit mit Yoga und Nagelstudio rumbringen. Die Konnotation schwankt stets zwischen „luxuriös“ und „unnötig“. Lifestyle-Produkte sind Dinge, die kein Mensch wirklich braucht, Duftkerzen oder Kopfkissensprays. In Redaktionen sind Lifestyle-Texte solche, die Leuten sagen, wie sie ihr Leben leben können, und sich erstaunlicher Beliebtheit erfreuen – aber von den harten Jungs im Politikressort doch geschmäht werden. Das perfekte Lifestyle-Klischee: der Influencer, der am Strand meditiert, jederzeit anzuschauen auf Instagram.
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Englisches Wort für Lebensstil. Wird aber immer anders verstanden, wie der CDU-Wirtschaftsflügel gerade wieder zeigt.
