Zwei Wochen vor der Vereidigung des ehemaligen und künftigen Präsidenten der USA, Donald Trump, erhält einer von dessen lange gehegten und besonders menschenfeindlichen Plänen wieder Aufmerksamkeit: Es geht um die Abschaffung des Geburtsrechts auf Staatsbürgerschaft. Trump hat angekündigt, dies an seinem ersten Tag im Amt abzuschaffen, Joe Biden hat dieses Vorhaben soeben als „schreckliche Idee“ gegeißelt. Seit 1868 ist im 14. Zusatzartikel in der US-Verfassung festgehalten: Wer in den Vereinigten Staaten geboren ist, wird automatisch Bürger des Landes und zwar unabhängig von Herkunft oder politischem Status der Eltern. Ein so offenes Staatsbürgerschaftsrecht gilt nur in wenigen anderen Ländern, etwa Kanada und Mexiko, es hat für das Einwanderungsland hohe symbolische Bedeutung, ist aber auch eng verknüpft mit der Geschichte des amerikanischen Rassismus. Verabschiedet wurde der Artikel, nachdem in einer notorischen Entscheidung des Supreme Court einem ehemals versklavten Mann aus Missouri nach dessen Flucht die Staatsbürgerschaft verweigert wurde. Verfassungsartikel können nicht per Dekret gestrichen werden. Trump, dem es vor allem um den Angriff auf die Kinder illegaler Einwanderer geht, hat in diesem Fall kaum juristische Experten auf seiner Seite.
:Old Man Trump – Die wirklich wahre Geschichte des größten Lügners von Amerika
Zwei SZ-Reporter machen sich auf die Spuren von Donald Trumps düsterer Vergangenheit und merken: Es ist alles noch irrer als befürchtet. Ein Roadtrip durch ein Land am Abgrund.