Das menschliche Auge hat nur ein begrenztes Wahrnehmungsfeld. Sobald der Blick bewusst auf einen bestimmten Gegenstand fällt, fokussiert sich das Auge automatisch und stellt ihn scharf. Gleichzeitig scannt das Auge unbewusst auch weiterhin das Seitenblickfeld. Das Erfassen dieses seitlichen Blickwinkels bezeichnet man als peripheres Sehen. Der Wahrnehmungsapparat bekommt einen Gesamteindruck von der Situation. Erst wenn das Gehirn etwas Interessantes (Kätzchen!) oder eine Gefahr erkennt (Wolf!), schaltet das Hirn auf das zentrale Sehen – und die Augen fokussieren sich auf den vorherigen seitlichen Blickwinkel. Das passiert bei jedem Menschen intuitiv. Peripheres Sehen lässt sich aber auch gewinnbringend steigern. Die besten Fußballspieler etwa erahnen häufig, welche Aktion ihre Gegenspieler als Nächstes vorhaben. Das hat nichts mit Magie zu tun: Die Profisportler sehen schlicht mehr als untrainierte Menschen und haben dadurch einen Wissensvorsprung. Der Nationalspieler und deutscher Meister Florian Wirtz erzählte im SZ-Interview, dass er bereits als Kind im Wohnzimmer Fußball spielte. Dadurch sei es ihm schon immer leicht gefallen, Dinge im Augenwinkel gut wahrzunehmen. Der Erfolg gibt ihm bisher recht.
Aktuelles LexikonPeripheres Sehen
Eine Fähigkeit, die viele gute Fußballer sich angeeignet haben – aber auch andere trainieren können.
Von Veronika Kanzler
