Dem Blick in die Glaskugel widmet sich im Bundeswirtschaftsministerium ein ganzer Stab. Unterabteilung I C, „Gesamtwirtschaftliche Entwicklung, Analysen und Projektionen“. Sie trägt alle möglichen Daten zusammen, zu Industrieproduktion, Beschäftigung, Konsumausgaben, Außenhandel. Ob eine Volkswirtschaft wächst oder schrumpft, hängt schließlich von vielen Faktoren ab, vom Wohlergehen der Unternehmen und dem der Beschäftigten, von Aufträgen, Inflation, Zinsen. Wie die Faktoren wirken, dafür gibt es verschiedene Modellen und, wie immer in der Ökonomie, noch mehr verschiedene Meinungen.
Dreimal im Jahr schraubt die Unterabteilung daraus eine „Projektion“: zu Jahresbeginn, im Frühjahr und im Herbst. Sie sollen der Regierung Orientierung verschaffen, vor allem aber liefern sie Zahlen für den Arbeitskreis der Steuerschätzer. Er soll Anfang November taxieren, mit welchen Einnahmen der Staat künftig rechnen kann. Die aktuelle Herbstprojektion, deren Daten nun bekannt geworden sind, verheißt da für das Wahljahr 2025 nichts Gutes. Wie es wirklich gekommen ist, werden andere später erfassen: Abteilung D im Statistischen Bundesamt, „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen“.
