Vielleicht gibt es wenig, was so verschiedene Ausprägungen annehmen kann wie das Fasten und dabei gleichermaßen so modern wie religiös-traditionell ist. Die Fastenzeit ist ebenso fest im Christentum verankert wie der Ramadan im Islam und die Werbung für Verzicht auf Instagram. Das ist beachtlich. Schließlich muten die Unterschiede zwischen den Kulturen als komplexeste Hürde fürs Zusammenleben in modernen Gesellschaften an. Das Fasten überwindet sie und lädt Moslem, Christ und Influencer zur inneren Einkehr ein, zur Auseinandersetzung mit Gott, Allah oder einer neuzeitlichen Achtsamkeit. Während die Muslime im neunten Monat des islamischen Mondkalenders von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nichts essen, verzichten Christen in Erinnerung an Jesus’ 40 Tage in der Wüste eher auf einzelne Genussmittel. Dass jeder seine Fastenzeit anders zelebriert, tut nichts zur Sache. Am Ende haben alle etwas zu feiern: der Influencer vielleicht ein paar Kilos weniger; die Christen und Muslime ihre großen Feste, Ostern und Zuckerfest. In diesem Jahr beginnen Ramadan und Fastenzeit zudem am selben Tag. In den Unterschieden das Gemeinsame zu finden, kann so einfach sein.
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Manches kann alle Unterschiede zwischen den Kulturen überwinden: ein schön gefüllter Teller wie hier im Bild – oder aber der Verzicht darauf.
Christoph Reichwein/dpaAn diesem Mittwoch beginnt für Christen wie Muslime die Zeit des Verzichts. Über eine Tradition, die es schafft, alle Unterschiede zu überwinden.
