Ob der ehemalige Staats- und Parteichef der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, sich freut, dass er in Berlin auf Lebenszeit kostenlos Bus und Bahn fahren darf, ist nicht überliefert. Ebenso wenig weiß man, wie häufig der ehemalige Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft, Philipp Lahm, die städtischen Museen Münchens besucht, für die er keinen Eintritt mehr zahlen muss. Die beiden haben gemeinsam, dass sie Ehrenbürger der jeweiligen Stadt sind. Trotz einiger Privilegien wie der genannten ist dieser Titel eher symbolischer Natur. Damit ehren Städte und Gemeinden Menschen, die sich um das Ansehen und/oder Wohlergehen der Kommune besonders verdient gemacht haben. Die Ehrenbürgerwürde gilt auf Lebenszeit, mancherorts auch darüber hinaus - mit Ausnahmen. In Niedersachsen etwa regelt §29 des Kommunalverfassungsgesetzes in Absatz 2: "Die Gemeinde kann das Ehrenbürgerrecht wegen unwürdigen Verhaltens wieder entziehen." Die Landeshauptstadt Hannover hatte dies nun mit Altbundeskanzler Gerhard Schröder vor - wegen dessen Verbleib in diversen Gremien russischer Staatskonzerne im Angesicht der Ukraine-Invasion. Der Entehrung durch den Stadtrat ist Schröder zuvorgekommen. Am Dienstag schrieb er im Karrierenetzwerk Linkedin, dass er auf die Ehrenbürgerwürde verzichte.
Aktuelles LexikonEhrenbürger
Eine Würde, die Städte verleihen und auf die Gerhard Schröder in Hannover nun verzichtet.