Erich Honecker bekam von Saddam Hussein einen Prunksäbel geschenkt, Mao schenkte Ceaușescu einen bronzenen Ochsen. Geschenke unter Diktatoren sind Botschaften, das gilt auch für die gigantische russische Limousine Aurus Senat, die Russlands Präsident Wladimir Putin dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un vor einigen Monaten überbringen ließ und die als Demonstration blühender Beziehungen zwischen Moskau und Pjöngjang nun wieder ins Auge fällt. „Aurus“ ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus dem lateinischen Wort für Gold und dem mittelalterlichen für Russland. Der Aurus Senat wurde im Moskauer Automobilinstitut Nami entwickelt und 2018 öffentlich vorgestellt – als Beweis dafür, dass Russlands Autoindustrie unter Putin im High-End-Sektor konkurrenzfähig sei, was schon zu Sowjetzeiten nicht richtig klappte. Die Basis-Version des Aurus Senat ist Medienberichten zufolge 5,63 Meter lang, wiegt 3,5 Tonnen und verbraucht 19,2 Liter. Kims Variante verfüge über 598 PS und ein Neun-Gang-Automatikgetriebe, heißt es, das Auto könne dem Beschuss aus Maschinengewehren standhalten. Der Aurus Senat ist serienmäßig gepanzert. Insofern ist die Botschaft durchaus doppeldeutig: Putins Geschenk ist ein rollender Panic-Room.
Aktuelles LexikonAurus Senat

Ein gepanzertes Luxusfahrzeug made in Russia, und perfektes Geschenk von Putin an Kim.
Von Sonja Zekri
