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Leitlinien zum Schulbetrieb:Richtig und überfällig

Nach dem nervtötenden Wirrwarr von Regeln tut Klarheit gut.

Von Susanne Klein

Wann machen die Schulen wieder auf? Täglich stellen Eltern und Schüler diese Frage dringender. Doch die Leitlinien aus dem Haus von Anja Karliczek geben keine Antwort darauf. Nicht das Wann, sondern das Wie wollen sie klären. Immerhin. Von der Schulleiterin bis zum Hausmeister, vom Erstklässler bis zur Abiturientin sollen alle wissen, was zu tun ist - wenn es endlich so weit ist.

Nach dem nervtötenden Wirrwarr von Regeln tut Klarheit gut. Die Autoren geben eindeutige Empfehlungen für den Präsenzunterricht: zum Maskentragen, zur Luftreinigung, zu geteilten Klassen, Schulwegen und Anfangszeiten, auch zum Sportunterricht. Dafür haben die Wissenschaftler neben Studien auch Gesundheitsämter, Eltern und Lehrkräfte zurate gezogen. Das war richtig - und überfällig. Die Bundesbildungsministerin hätte viel früher alle ins Boot holen müssen.

Den Schwachpunkt der Leitlinien benennen die Experten selbst: Sie helfen nur, wenn sie strikt befolgt werden. In jeder Schule, jeder Stadt, jedem Bundesland. Fransen die politischen Beschlüsse aber wieder derart aus wie in der Vergangenheit, landen die Regeln dort, wo sie nicht hingehören: in der Schublade bei den vielen anderen Regeln. Kann Karliczek das verhüten? Sie müsste eine Allianz mit den Länderchefs und Schulministern schmieden. Kein leichter Job.

© SZ/fzg
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