Immer wenn die Sommerhitze steigt und der Wasserpegel sinkt, dann singt Bauernpräsident Joachim Rukwied Klagelieder: „Is’ der Sommer trocken und warm – jammert da Großbauer, dass’ Gott erbarm! Is’ der Sommer aber mild und nass – macht ihm ’s Jammern no mehr Spaß!“ Das ist eine generelle Bauernregel. Süd- und Südwestdeutschland leiden tatsächlich unter sonnenverbrannten Wiesen und Feldern. Auf sonst grünen Bergen brennen Wälder, Besitzer von Fichtenplantagen befürchten Fressorgien des Borkenkäfers. Doch während im Süden und Westen durch Trockenheit und Rekordhitze Viehfutter verdorrte, fuhren die Bauern im Norden und Osten eine gute Getreideernte ein. Der Verlust liegt damit nur ein Prozent unter dem Fünfjahresschnitt.
MeinungLandwirtschaftDas Klagelied des Bauernpräsidenten

Kolumne von Hans Well
Lesezeit: 3 Min.

Spuren eines heißen Sommers: Teilweise vertrocknet und viel zu klein sind die Sonnenblumen auf einem Feld im östlichen Brandenburg. Die Ernte fällt in manchen Regionen Deutschlands wohl mager aus.
Patrick Pleul/dpaEs war heiß und trocken in diesem Sommer, das Viehfutter verdorrte, das Wasser für Tiere und Pflanzen wurde knapp. Und was tut Joachim Rukwied? Er jammert und kassiert.
