LandwirtschaftAufstand der Machtlosen

Von Michael Bauchmüller

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Traktoren sind mit die mächtigsten Mittel, über die Bauern verfügen. Am Montag haben sie ihre Zugmaschinen deshalb vor die Zentrallager großer Discounter gerollt, im Kampf für höhere Erlöse. Es ist ein Akt der Verzweiflung, denn im Kampf um den Kunden stehen die Landwirte an letzter Stelle: Wer dem Preisdruck von Handel und Weiterverarbeitern nicht mehr standhalten kann, muss eben vom Markt verschwinden.

Doch so verständlich der Bauernprotest vor den Discounter-Lagern ist, so wenig wird er ändern. Denn die Discounter stehen ihrerseits im Wettbewerb. Ein einzelner, der mehr für Milch, Butter oder Fleisch zahlte, müsste um Marktanteile und Renditen fürchten - auch hier findet sich ein billigerer Anbieter allemal. Dieses Dilemma ließe sich nur durch Preisabsprachen überwinden. Und die verbietet, aus gutem Grund, das Kartellrecht.

Es braucht andere Wege. Eine Expertenkommission hat jüngst eine Tierwohlabgabe ins Spiel gebracht, die auf tierische Produkte erhoben werden soll - und deren Erlöse über Hilfen für den Stallumbau an Landwirte zurückfließen soll. Da hätten auch Aldi & Co. nichts dagegen, denn der Aufpreis träfe alle Händler gleichermaßen. Solche Instrumente ließen sich auf andere Erzeugnisse ausweiten - für eine nachhaltigere Landwirtschaft. Es schlägt die Stunde der Politik.

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