Die gute Nachricht für den künftigen Ministerpräsidenten vorneweg: Stuttgart wird nicht das neue Detroit werden, noch nicht einmal ein neues Duisburg. Das finstere D-Wort als Metapher für den wirtschaftlichen Abstieg, für eine verpatzte Transformation mit verheerenden Folgen für den Standort: Es begleitete den Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg wie ein bedrohlicher Schatten. Das traditionelle Exportland leidet schwer an der Krise seiner beiden Kernbranchen, dem Automobilsektor und dem Maschinenbau. Kaum eine Woche verging ohne neue Horrormeldungen: Gewinneinbrüche, Stellenabbau, Produktionsverlagerungen. Wenn selbst der Glanz des Mercedes-Sterns verblasst, dann dominiert die Angst vor der Zukunft fast zwangsläufig den Wahlkampf im Autoland.
MeinungBaden-WürttembergKretschmann hinterlässt ihnen große Spuren – und große Baustellen
Kommentar von Roland Muschel
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Der scheidende Ministerpräsident hat versucht, die Basis des Wohlstands zu verbreitern. Auch deshalb wird aus Stuttgart kein deutsches Detroit werden. Aber der Nachfolger wird da noch mehr tun müssen. Und dann ist da noch ein unbewältigter Konflikt.
