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Kommando Spezialkräfte:Der General muss gehen

Ein Kommandeur, der sich so über Regeln hinwegsetzt wie der Chef des KSK? Das geht nicht.

Von Mike Szymanski

Vom "eisernen Besen" hatte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gesprochen. Damit wollte sie beim rechtslastigen Kommando Spezialkräfte (KSK) aufräumen, davon bekommt dessen Kommandeur Markus Kreitmayr bei ihr bislang kaum etwas zu spüren. Gerade hat die Staatsanwaltschaft Tübingen erwirkt, dass im Zuge der Munitionsaffäre dessen dienstliches Telefon und Tablet sichergestellt wurden. Aber auch das scheint immer noch nicht Anlass genug für die Ministerin zu sein, den General zumindest zu suspendieren.

Obwohl Kreitmayr klar gewesen sein musste, dass sein Verband ein Problem mit Rechtsextremisten hat, ordnete er vor einem Jahr an, dass beiseitegeschaffte Munition zurückgegeben werden konnte, ohne die Namen der Soldaten zu erfassen, die das getan hatten. Die Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht der Strafvereitelung nach.

Kreitmayr gilt als jemand, der sich so klar gegen Rechtsextremisten gestellt hat wie kein anderer KSK-Kommandeur. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch er sich über Regeln hinweggesetzt hat. Unterhalb der Führungsebene bekommen die Soldaten mittlerweile die volle Härte bei Ermittlungen zu spüren. Die Ministerin sollte daher keine Zeit mehr verlieren, Kreitmayr abzulösen. Er kann dem Verband jetzt nicht mehr helfen.

© SZ/de
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