Die Freiheit der Kunst wird auch auf der kleinsten Bühne verteidigt. Das Münchner Metropoltheater ist so eine: Sein Saal bietet weniger als 200 Zuschauern Platz. Nun aber steht es im Mittelpunkt einer Debatte, die Wellen schlägt weit über die Stadt-, ja über die Landesgrenzen hinaus: Wo beginnt Antisemitismus? Was schürt Hass? Wer soll darüber entscheiden? Und welche Konsequenzen soll das haben? Es ist eine Debatte, die am Ende das Herz der Kultur tangieren könnte: ihre Unabhängigkeit. Und damit eine besonders sensible Stelle der Demokratie.
MeinungAntisemitismusÜber Theateraufführungen darf nicht politisch entschieden werden

Kommentar von René Hofmann
Lesezeit: 3 Min.

Szene mit Symbolkraft? Die arabischstämmige Wahida (Magdalena Laubisch) wird im Stück "Vögel" von einer israelischen Soldatin (dargestellt von Anna Graenzer) bedrängt.
Jean-Marc Turmes/MetropoltheaterIn München wird das Stück "Vögel" nicht mehr aufgeführt nach Kritik jüdischer Studierender. Das ist ein großer Verlust. Denn über Kunst und ihre Grenzen muss offen gestritten werden.
