MeinungAnschlag in der OstseeEs ist richtig, gegen die mutmaßlichen Täter aus der Ukraine zu ermitteln – und das Land gleichzeitig weiter zu unterstützen

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Kommentar von Ralf Wiegand

Lesezeit: 2 Min.

Manche Regierungen wollten lieber nicht wissen, wer das gewesen war: Die Gaslecks an den Nord-Stream-Pipelines waren auch auf Satellitenbildern zu sehen.
Manche Regierungen wollten lieber nicht wissen, wer das gewesen war: Die Gaslecks an den Nord-Stream-Pipelines waren auch auf Satellitenbildern zu sehen. dpa

Nord Stream 1 und 2, die Pipelines für russisches Gas, waren das Symbol für eine gescheiterte Russlandpolitik.  Warum also danach fahnden, wer die verhassten Dinger gesprengt hat? Weil es im Rechtsstaat sein muss.

Drei Jahre sind eine lange Zeit, um in trüben Gewässern zu fischen, genauer gesagt: in den aufgewühlten Fluten der Ostsee. Dort kann bei entsprechendem Wetter die Sicht schon mal sehr bescheiden sein – zumal 70, 80 Meter unter Wasser, wo die Röhren der Pipelines Nord Stream 1 und 2 verlaufen. Oder das, was seit September 2022 von ihnen übrig ist. Damals detonierten mehrere Sprengsätze an den Leitungen, zweifellos ein Sabotageakt größeren Stils. Und weil die Unterwasserröhren, die auf Jahrzehnte hinaus den Energiebedarf des Westens mit russischem Gas sichern sollten, im vorpommerschen Lubmin wieder auf Land treffen, obliegt es dem deutschen Generalbundesanwalt, in der Sache zu ermitteln. Vulgo: im Trüben zu fischen. Drei Jahre lang.

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Seit vor fast drei Jahren Sprengsätze an Nord Stream 1 und 2 detonierten, versuchen vor allem deutsche Ermittler, die Täter zu fassen. Jetzt glauben sie, alle identifiziert zu haben – und der Fall wird mit jedem Namen politisch heikler.

SZ PlusVon Jörg Schmitt, Lina Verschwele, Lea Weinmann und Ralf Wiegand

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