Klimaschutz war nicht das Festtagsthema für Indiens Premierminister Narendra Modi. Bei den Feierlichkeiten zum 80. Unabhängigkeitstag Indiens am Samstag sprach er zunächst lieber vom Gegenteil: nämlich von der „entwickelten Volkswirtschaft“, zu der seine Regierung das bevölkerungsreichste Land der Erde bis 2047 ausbauen will. Modi versprach mehr Halbleiterfabriken, mehr Bergbau, mehr heimische Hightech, also mehr künstliche Intelligenz, Quantencomputer, Raumfahrt, Roboter und Datenzentren. Das klang alles sehr innovativ – aber auch nach Projekten, für welche die Nation deutlich mehr erderwärmende Treibhausgase in die Luft blasen dürfte. „Wir werden Elektrizität in sehr großen Mengen brauchen“, gab Narendra Modi zu, ehe er von heimischen Ölfeldern und neuen Gas-Pipelines schwärmte.
MeinungErderwärmungAsiens rasches Wachstum birgt ein großes Dilemma für den Klimaschutz

Kommentar von Thomas Hahn, Delhi
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Ein Land auf dem schwierigen Weg zur Weltwirtschaftsmacht: Stau im indischen Bengaluru.
IDREES MOHAMMEDDer Kontinent verbraucht so viel Energie wie der gesamte Rest der Welt und setzt dabei oft auf fossile Energieträger. Für den Westen ist das eine schlechte Nachricht – doch mit Selbstgerechtigkeit wird er nichts erreichen.
